schupplade

Heutige Workshops der Aktion 15.2.

Montag, 25.02., 18.00 Uhr, KII, Studierendenhaus, Campus Bockenheim
Psychoanalyse als Methode: Instrumente einer kritischen Perspektive
(Erika Augello)

Montag, 25.02., 20.00 Uhr, KII, Studierendenhaus, Campus Bockenheim
Workshop: Lorenzer und Laplanche
(Julia König, Nadine Teuber)

http://aktion152.blogsport.de/

Sa., 18 Uhr: Psychoanalyse und Gesellschaftskritik – Wird wegen Krankheit verschoben! –

Vortrag zu „Psychoanalyse und Gesellschaftskritik“

– Wird wegen Krankheit verschoben! –

durch Jun.-Prof.‘in Dr. Christine Kirchhoff (IPU Berlin)
am Samstag, dem 23.2.2013, ab 18 Uhr
in H10 des Hörsaalgebäudes Campus Bockenheim

Theodor W. Adorno bezeichnete die Psychoanalyse als die einzige Psychologie, „die im Ernst den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität nachforscht“. Im Vortrag soll es darum gehen, diese Feststellung zu entfalten und damit auf ihre Voraussetzungen und Konsequenzen zu befragen. Kurzum, es geht um die Frage, warum gerade die Psychoanalyse, die so ungesellschaftlich daher kommt, eine Menge mit Gesellschaftskritik zu tun hat.

Christine Kirchhoff promovierte 2007 in Bremen in der Psychologie zum Thema „Zeit und Bedeutung: Zur Aufschlusskraft des psychoanalytischen Konzepts der Nachträglichkeit“. Seit 2011 ist sie Mitglied des DFG-Nachwuchswissenschaftler_innen-Netzwerks „Sprachdenken und politische Theorie. Jüdisch-deutsche Beiträge vom 18. – 20. Jahrhundert“ mit einem Projekt zu „Sprache als Voraussetzung politischen Denkens bei Sigmund Freud“. Unter anderem ist sie an der Herausgabe von „Adorno und Freud. Zur Urgeschichte der Moderne“ (Frühjahr 2013) beteiligt.

Ein Vortrag im Zuge der Aktion 15.2.,
aus Solidarität zum IVI und für Bemühungen um kritische Wissenschaft,
unterstützt vom AStA der Universität Frankfurt/Main

Inhaltliches Programm der Aktion 15.2.

Programm der Aktion 15.2.
Sigmund-Freud-Institut, Jügelhaus, Jügelstraße 17, Uni Campus Bockenheim, 60325 Frankfurt am Main

Wenn ihr Ideen zu weiteren Workshops, Vorträgen etc. habt:
Meldet euch! aktion152@gmx.de

Mittwoch, 20.02., 16.00-20.00 Uhr
Diskussionsgruppe zu aktueller Psychiatrie als Erlebnisgastronomie

Mittwoch, 20.02., 20.00 Uhr Fällt heute leider aus
Kritik der Gleichsetzung der 68er-Bewegung mit dem Nationalsozialismus
(Jan Lohl – mit einem Exkurs zur Rhetorik rund um die TuCa-Debatte)

Donnerstag, 21.02., 14.00 Uhr
Workshop: Einführung in psychoanalytische Sozialpsychologie
(AK kritische Psychologie Frankfurt a.M.)

Donnerstag, 21.02., 14.00 Uhr, SFI-Hörsaal im Jügelhaus
Workshop: Einführung in psychoanalytische Sozialpsychologie
(AK kritische Psychologie Frankfurt a.M.)

Donnerstag, 21.02., 16.00 Uhr, SFI-Hörsaal im Jügelhaus
„4 in 1″: Über die Verbindung von Marxismus und Feminismus
(Danielle Lichère)

Donnerstag, 21.02., 16.00 Uhr – NOCH UNSICHER –
Herrschaftsnarrativ der Uni am Beispiel des Umzugs
(TuCa – TurmCafé [im Exil])

Freitag, 22.02., 16.00 Uhr
Erziehung im Kapitalismus
(Markus Balzereit)

Samstag, 23.02., 18.00 Uhr
Psychoanalyse und Gesellschaftskritik
(Christine Kirchhoff, IPU Berlin)

Montag, 25.02., 18.00 Uhr (Nachholtermin zum 18.02.)
Psychoanalyse als Methode: Instrumente einer kritischen Perspektive
(Erika Augello)

Für die nächsten Tage in Planung sind folgende Veranstaltungen:

Geschichte des Sigmund-Freud-Instituts
Geschichte der Psychoanalyse
Psychoanalyse vor, während und nach dem Nationalsozialismus
Mitscherlich revisited: Die Unwirtlichkeit unserer Stadt
Woody Allen-Filmeabend mit Kommentierung/Diskussion im Anschluss an Adorno und Freud
Kulturindustrie
Adornos Sprachtheorie
Neuer Opferdiskurs und Neonationalismus
Antisemitismus und Rassismus in der NS-Schülerzeitschrift „Hilf mit!“

Mehr lesen: Inhaltliches Programm der Aktion 15.2.

SFI geräumt – PM der Aktion152 vom 18.2.2013

Zur freundlichen Beachtung:

PM der Aktion152 vom 18.2.2013:
Myliusstr. 20 geräumt – Veranstaltungsprogramm wird fortgesetzt – Aktion 15.2. nicht am Ende

Das am Samstag, dem 16.02.2013, besetzte Haus in der Myliusstraße 20 wurde heute gegen 18 Uhr in Anwesenheit der Polizei und dem Direktor des Sigmund-Freud-Instituts Herr Haubl von den momentanen Nutzer_innen geräumt. Die Anwesenden verließen – wie von vornherein kommuniziert – nach Aufforderungen das 2014 endlich wieder dem SFI zur Verfügung stehende Gebäude. Zuvor hatte Herr Haubl erklärt, alle Plädoyers beim Land, die Aktion 15.2. bis zum Samstag oder doch zumindest noch eine Weile verweilen zu lassen, seien gescheitert. Zu groß müssen die Drohgebärden der Landesregierung gegen das SFI-Direktorium ausgefallen sein, als dass ein anderer friedlicher Ausgang der anfangs tolerierten Besetzung noch denkbar gewesen wäre.

„Wer hier auf Krawall gebürstet ist, dürfte völlig klar sein. Nachdem der Dialog zwischen SFI und Aktion 15.2. reibungslos verlief und von gegenseitigem Verständnis geprägt war, stieß gerade dies wohl jemandem in Wiesbaden auf. Noch immer deprimiert, von der Frankfurter Bevölkerung nicht innig geliebt zu werden, lässt Boris Rhein Luft ab und setzte den Repressionsapparat, dem er vorsteht, in Gang“, erläutert Moshe Anhan. Anscheinend übte – tatsächlich: in persona – der Innenminister einen derartigen Druck auf das SFI aus, dass sich diesem keine Alternative mehr bot, als der Räumung stattzugeben.

Auf der Pressekonferenz am Mittag war das Aktionsbündnis noch von einer weiterhin gelingenden Zeit bis Samstag, voll von Veranstaltungen und Diskussionen, ausgegangen. Zwar war bereits bekannt, dass Hinterzimmergespräche zu Ungunsten der Hausnutzer_innen stattfanden. Doch die Dringlichkeit mit der sich die Landesregierung hier einmischte und eine sofortige Aufkündigung der getroffenen Absprachen forcierte, überraschte sämtliche Aktivist_innen.

„Die Landesregierung wollte eine Eskalation, um uns an der Artikulation unserer Kritik zu hindern. Gerade in Wahlkampfzeiten scheint ihr unser Versuch zu selbstorganisierter Theoriearbeit ein besonders großer Dorn im Auge gewesen zu sein“, Margarete Rothschild bedauert: „Die herrschaftsförmige Politik, der Boris Rhein anhängt, hat hingegen die Unmündigkeit und projektive Ausgrenzungen zur Basis.“

Noch um 16 Uhr strömten Menschen hinzu, um an der Einführung in die Methode der Psychoanalyse anhand der aktuellen Sexismusdebatte teilzunehmen. Doch einem derart sensibles Thema war mit dem Chauvinisten Boris Rhein im Rücken und den vorfahrenden Einsatzfahrzeuge vor der Tür nicht mehr gerecht zu werden. Die Referentin, selbst Mitarbeiterin des SFI, will den Workshop jedoch nachholen. Immerhin konnte ein Lesekreis zu Foucaults „Was ist Kritik?“ noch bis unmittelbar vor dem Anrücken der Polizei umgesetzt werden. „Es zeigt sich einmal mehr: Mit harten Bandagen wird alles unternommen, jeden kritischen Ansatz in Theorie und Praxis im Keim zu ersticken. Doch wir gehen nicht zu Boden – nicht in der Theorie, nicht in der Praxis!“, gibt sich Moshe Anhan kämpferisch.

Die Besetzung geschah als Reaktion auf die akut drohende Räumung des IVI infolge des fragwürdigen Landgerichtsurteils. Erst recht wenn im Kettenhofweg 130 die Arbeit unter dem Motto „Theorie – Praxis – Party“ nicht weitergeführt werden sollte, sind hierfür neue Räume notwendig. Margarete Rothschild gibt sich zuversichtlich: „Das SFI begegnete uns solidarisch und bestärkt somit, dass die artikulierten Anliegen nicht bloß fixe Ideen sind. Das gibt Mut, wurden in letzter Zeit doch sämtliche Versuche solche Räume zu schaffen – ob legal im Wege der Verhandlung oder aktivistisch durch Besetzungen – mit großen Härte und mitunter extremen Gewalt begegnet.“

Mit der Aktion 15.2. kann weiterhin gerechnet werden. Für den Moment schätzt das Bündnis sich glücklich, die bereits geplanten Veranstaltungen noch durchführen zu können. Trotz ihrer präkeren Raum- und ihrer auch in anderer Hinsicht mäßig komfortablen Situation baten die Mitglieder des SFI ihre Übergangsräumlichkeiten im Jügelhaus an. Dorthin wird schon morgen ausgewichen.

PM der Aktion152 vom 18.2.2013: Myliusstr. 20 geräumt – Veranstaltungsprogramm wird fortgesetzt – Aktion 15.2. nicht am Ende

Muß leider ausfallen: Ideologiekritik und Subjektivität – Lacan und der Marxismus

Ein Vortrag von Tove Soiland

lacan-flyer-soiland

AK kritische Psychologie // Frankfurt