schupplade

Pressemitteilung des IvI vom 08.05.2013

Institut für vergleichende Irrelevanz dankt für zahlreiche Unterstützung im In- und Ausland +++ Veranstaltungen gehen weiter +++ IVI weiterhin Gesprächsbereit

Seit der Räumung des Institut für vergleichende Irrelevanz vor 15 Tagen, am Montag, den 22.04.2013, ist das Projekt und seine Bewohner_innen obdachlos. Ein massives Polizeiaufgebot hatte den Kettenhofweg 130 geräumt und die friedliche Sitzblockade vor und im IVI aufgelöst, wobei es zu mehreren Verletzten unter den Aktivist_innen kam. Der Konflikt um das seit fast 10 Jahren besetzte Haus ist mit der Räumung nicht beendet. Die Aktivist_innen haben in der Zeit nach der Räumung bereits zahlreiche Aktionen in der Stadt gemacht und kündigen viele weitere an.

Angefangen hatten die öffentlichen Aktionen bereits am Tag der Räumung. Obwohl die Universitätsleitung den AfE Turm mit Stacheldraht abgesichert hatte, um Besetzungen zu verhindern, konnte bereits während der Räumung kurzzeitig das FlaT, ein vor dem AfE Turm ansässiges Universitätsgebäude, symbolisch besetzt werden, was das Unipräsidium dann zu einer Schließung des Gebäudes für den Rest des Tages veranlasste.

Am Nachmittag ging es dann weiter mit einer spontanen Demonstration für den Erhalt des IvI, Dem Aufruf folgten etwas 300 Sympathisant_innen. Sie versammelten sich an der Galluswarte, um von dort aus zum Römer zu ziehen und so ihren Protest gegen die Räumung deutlich zu machen. Die Polizei begleitete die Demo mit einem engen Spalier und am Römerberg kam es zu Ausschreitungen der Polizei, die Schlagstöcke einsetzte. Die bereits im Voraus groß angekündigte Tag X+1 Demonstration des IvI folgte am Dienstagabend. Sympathisierende mit dem Projekt kamen nicht nur aus Frankfurt zur Demo, sondern viele Leute sind extra aus anderen Städten angereist, um ihre Wut gegen die Räumung zum Ausdruck zu bringen. Der Demonstrationszug wuchs schnell auf ca. 2000 Personen an. Von massivem Polizeiaufgebot begleitet – mehrere Tausend Polizist_innen- konnte die Demo vom Hauptbahnhof über die Innenstadt zum Kettenhofweg ziehen. Über die gesamte Strecke hinweg wurde sie von einem engen Polizeispalier begleitet und trotz Absprachen zwischen Anmelder und Polizei wurde die friedlichen Demonstrationsteilnehmer_innen immer wieder gefilmt. Auch mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer waren im Einsatz.

„Dieser Versuch das IvI und seine Sympathisant_innen zu kriminalisieren und Protest zu unterdrücken ist die heute vorherrschende Haltung in Frankfurt. Das Bild vom weltoffenen und liberalen Frankfurt wird hier einmal mehr völlig demontiert.“, so Sarah Schneider. „Wir werden uns allerdings nicht davon einschüchtern lassen und uns weiterhin für das IVI einsetzen . Wir danken auch allen die sich an zahlreichen Solidaritätsaktionen im In- und Ausland beteiligt haben.”

Am darauf folgenden Donnerstag versammelten sich IvI-Aktivist_innen dann auf dem Römer um gegen die kultur- und wissenschaftsfeindliche Politik der Stadt und der Universität zu protestieren. Es gab ein Krachkonzert und es wurde symbolisch das zerschlagene politische Porzellan präsentiert. Nach langem Ringen hatte das Stadtparlament den Antrag der Opposition verabschiedet, dass der Magistrat prüfen soll, ob dem IvI ein neues Domizil von Seiten der Stadt angeboten werden kann.

„Wir würden gerne das politische Porzellan wieder kitten. Wir sind weiterhin gesprächsbereit und hoffen dass es dann ein aufrichtiges Angebot von Seiten der Stadt geben wird. Vorher aber müssen wir wohl noch viel reden.“ sagt IVI Oliver Sonnenschein. „Sollte sich noch ein neues Domizil aus den Reihen der Bürger_innen ergeben wären wir dem natürlich auch nicht abgeneigt.“

Nach dem Kettenhofweg 130 ist das Institut für vergleichende Irrelevanz nun zum vierten mal in seiner Geschichte auf der Suche nach einem neuen Ort. Die bereits geplanten Veranstaltungen finden weiterhin statt. Am Samstag, den 04.05.2013, veranstaltete das IvI seinen Barabend einfach auf der Senckenberganlage. Ca 120 Personen folgten der Einladung und trafen sich an der „Dinobar“. „Auch viele Bürgerinnen der Stadt, die für die Nacht der Museen unterwegs waren, kamen bei uns vorbei und zeigten sich solidarisch mit dem Institut. Es freut uns, dass ein Projekt wie das IvI so viel Unterstützung erhält und auch Leute, die nicht zum klassischen Publikum des IvI gehören, den Erhalt unkommerzieller Kultur- und Bildungszentren in der Stadt für notwendig halten.“ erzählt Oliver Sonnenschein.

Die Aktivist_innen werden verschiedene Orte bespielen und kündigen auch Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen in der Stadt an. Heute, am 08.Mai, wird ein Rave im Rebstockpark stattfinden, um die Kapitulation Deutschlands zu feiern.

„Wir machen weiter, gegebenenfalls unter freiem Himmel. Die Veranstaltungen werden kurzfristig auf unserer Homepage angekündigt.“ so Sarah Schneider abschließend.