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17. Juni 20 Uhr Café KoZ, Uni Campus Bockenheim,Mertonstr.26-28,60325 Frankfurt am Main
Was heißt hier objektiv? Warum ist die Objektivität irrational? Was wäre demgegenüber rational? Ist Gesellschaftskritik auf Psychoanalyse verwiesen und wenn, warum? Warum ist es überhaupt wichtig, sich auch mit der individuellen Ver- und Bearbeitung gesellschaftlicher Verhältnisse zu befassen? Warum ist die Psychoanalyse – zumindest der Möglichkeit nach – eine kritische Theorie? Zunächst wird es also mit Rekurs auf Marx und die kritische Theorie v.a. Adornos um die Frage gehen, was unter gesellschaftlicher Objektivität zu verstehen ist Ausgehend von diesen Bestimmungen soll es im zweiten Teil des Vortrages um die subjektiven Bedingungen gehen: also um die Psychoanalyse als kritische Theorie des Subjekts, um das Verhältnis von Natur und Kultur im Menschen, um Sexualität und Triebe, um die Freudsche Metapsychologie und wiederum darum, warum das alles gerade weil es so ungesellschaftlich daher kommt, eine Menge mit Gesellschaftskritik zu tun hat. Mit freundlicher Unterstütziung durch den AStA der Uni Frankfurt
Heute, 14.6.2013, 22.oo Darmstadt: Wo wohnt die Katz? IvI-Soliparty FNFN Inglorious Bassnerds Meavix Robosaurus botox okay Adrian Fireball Woodhouse Jan F. Eintritt: 5 - wasduspendenwillst € https://www.facebook.com/events/664223373593663/ Das Institut für vergleichende Irrelevanz war ein Projekt in einem besetzten, selbstverwalteten Haus in Frankfurt am Main, welches Raum für kritisches Denken, Diskussionen und politische Arbeit sowie Wohnraum für Menschen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihres Alters oder Sexualität bot. Besetzt wurde das damals leer stehende Unigebäude im Rahmen der Studierendenproteste 2003. Seitdem nutzten es Menschen aus vielen unterschiedlichen Zusammenhänge für allerlei Veranstaltungen. Frei nach dem Motto „Theorie, Praxis & Party!“ Nachdem die Leitung der Goethe-Universität die Besetzung für 9 Jahre tolerierte, begann die Liegenschaftsverwaltung das Gebäude zum Verkauf anzubieten, den Besetzten verschwiegen, allerdings dauerte die Suche bis zum Februar 2012. Als mit der Franconofurt AG eine Käuferin gefunden wurde, erklärte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl, „man sei nicht gehalten gewesen, vor dem Verkauf das Gespräch mit den Hausbesetzern zu suchen, die das Gebäude in nicht rechtmäßiger Weise nutzten. Sie würden im Nachhinein über die Veränderungen durch die Universität informiert“. Trotz aller Unterstützung von Seiten des AStA sowie etwa 100 Wissenschaftlern und Künstlern setzte die Franconofurt AG ihren Räumungstitel am 22. April 2013 mit einem polizeilichen Großaufgebot durch. Für viele Menschen war das Ivi ein wichtiges Projekt, da hier ein Freiraum geschaffen wurde in welchem man sich wohl fühlen konnte und fern von gesellschaftlichen Zwängen gemeinsam mit anderen diskutieren, sich austauschen, feiern und leben konnte, ohne Aufgrund Geschlecht, Herkunft, Sexualität oder Alter ausgegrenzt zu werden. Nicht nur in Frankfurt am Main, sondern auch in vielen anderen Städten verschwinden Freiräume wie das Ivi aus dem Stadtbild, weshalb es wichtig ist diese zu unterstützen und zu fördern. ________________________________________________________ (Wer dort mitspielt & teilnimmt darf selbstverständlich danach in der Oetinger Villa duschen gehen !) Facebook-Event hierzu: Besetzer_innen benennen Ansprechpartnerin für kommende Verhandlungen 6 Wochen vor Bekanntgabe der Ergebnisse der Prüfung, ob die Stadt Frankfurt dem Institut für vergleichende Irrelevanz Räume anbieten kann, benennen die obdachlosen Besetzer_innen einen Verein, der in Zukunft der feste Ansprechpartner für das IvI sein soll. Sie gaben heute bekannt, dass der Verein zur Förderung demokratischer Politik und Kultur (Demopunk e.V.) die rechtliche Trägerschaft des Instituts übernehmen werde. Als in der Woche der Räumung des Kettenhofwegs die Grünen im Römer dem Antrag der Opposition zustimmten und somit den Magistrat beauftragten zu Prüfen, ob dem Institut für vergleichende Irrelevanz eine städtische Liegenschaft zur Überlassung angeboten werden kann, haben die Besetzer_innen erst einmal aufgeatmet. Gerade von den Grünen waren die Aktivist_innen enttäuscht, da sie sich bis zu diesem Datum nicht für eine Unterstützung des Projektes in der Stadtverordnetenversammlung durchringen konnten. Der Verein Demopunk hat in Frankfurt bereits mehrere Kongresse und Veranstaltungsreihen organisiert, so z.B. den internationalen Kongress „Indeterminate!Kommunismus“ im Jahr 2003, auf dem zahlreiche renommierte Theoretiker_innen sprachen. „Es war zwar möglich die 16. Gegen Uni mit der Unterstützung zahlreicher anderer Frankfurter Initiativen zu organisieren, wofür wir auch sehr dankbar sind, aber wieder selbstbestimmt Räumlichkeiten zu nutzen, macht vieles leichter. Wir brauchen einen festen Ort für unsere Arbeit und sind deshalb hocherfreut über die Zusammenarbeit mit Demopunk. Diesen Verein kennen wir schon lange, da er auch im IvI diverse Veranstaltungen und den Revolutionskongress organisiert und durchgeführt hat. Mit einem Verein als möglichen Vertragspartner für die Stadt, haben wir die Forderungen der städtischen Parteien erfüllt, wir hoffen, dass die Stadt jetzt auch ihre Möglichkeiten der Unterstützung voll ausschöpft.“, so Oliver Sonnenschein. Neben der gerade stattfindenden Gegenuni sind auch für die nächsten Wochen noch mehrere Aktionen geplant.
Tanzhaus West, Gutleutstraße 294, 60327 Frankfurt am Main
16. Gegenuni: Theorie–Praxis–Party
*Institut für vergleichende Irrelevanz: Negierte Interessen und abgewickelte Theorieansätze* Die Benennung des Instituts wurde durch Umberto Ecos Buch „Das Foucaultsche Pendel“ inspiriert. Ecos Erfindung einer „Fakultät der vergleichenden Irrelevanz“ stellt eine Kritik am akademischen Betrieb dar, der um des Forschens willen forscht, ohne sich darüber zu verständigen, was eigentlich wissenswert wäre. Im IVI wird der Begriff ‚Irrelevanz‘ einerseits auf gesellschaftlich für irrelevant erklärte Gruppen angewendet, deren Interessen und Bedürfnisse negiert werden. Bei dem Dreiklang „Theorie-Praxis-Party“ ging es in den vergangenen Jahren insbesondere um die Vermittlung von Bereichen, die sonst eher als getrennt voneinander gedacht werden: Theorie und Party, Alltag und Kunst, Praxis und Theorie, Kopf- und Handarbeit. Der Intuition folgend, dass jede Party immer schon politische Praxis ist, jede politische Praxis sich theoretisch verortet und theoretische Reflexion in den gegenwärtigen Verhältnissen unabdingbar ist, stellt das IVI den Versuch einer Vermittlung dieser in der bürgerlichen Gesellschaft notwendig getrennten Bereiche dar. *Kritisches Denken braucht und nimmt sich Zeit und Raum* Diese Parole hatte ihren Ausgangspunkt in der autoritären und an instrumenteller Vernunft orientierten Umstrukturierung der Universität, mit der die ohnehin geringe Möglichkeit der Mitbestimmung dezimiert wurde. Damit einher ging in Frankfurt eine inhaltliche Umorientierung: von der re- zur de-education. Die Forderung nach Zeit und Raum bedeutet eine Forderung nach Zeit zur Reflexion, eine Verweigerungshaltung gegenüber Fremdbestimmung und Ausrichtung an Effizienzkriterien. Sie verweist auf die Erfahrung, dass für jene Reflexion, ein gemeinsamer Ort, ein Raum, der anders funktioniert als die Universität, notwendig ist. Dabei wollte das IVI zumindest versuchen, dem Elend im Studierendenmilieu zu entfliehen. Die Verfügung über Zeit und Raum sind Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Lernen und Leben. Als eine solche Aneignung von Zeit und Raum, als einen „Stützpunkt“, versteht sich das IVI – auch, wenn der Raum derzeit noch fehlt. ___ Institut für vergleichende Irrelevanz macht weiter! Obwohl den Aktivist_innen des ehemals besetzten Instituts zurzeit eigene Räume fehlen, werden weiterhin Veranstaltungen organisiert. So wird auch in diesem Sommer wieder die Gegenuni, eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe, die jedes Semester angeboten wird, vom 10. - 23.Juni stattfinden. Die Veranstaltungen der 16. Frankfurter Gegenuni finden an verschiedenen Orten der Stadt statt. Dem derzeit obdachlosen Institut stellen zahlreiche andere Projekte und Institutionen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. So werden z.B. Abendveranstaltungen im Mousonturm, in den Räumen des Werkbund, im Studierendenhaus, bei der Initiative faites votre jeu!, beim Stadtteilprojekt Koblenzer Strasse und im Tanzhaus West stattfinden. Über die Unterstützung für ihr Projekt von so vielen unterschiedlichen Akteuren, freuen sich die obdachlosen Besetzer_innen sehr. „Wir haben die Gegenuni schon länger vorbereitet und sind froh darüber, dass es so viele Unterstützer_innen für unsere Arbeit gibt.“ erzählt Sabine Winter. „Es hat die Arbeit deutlich erschwert keine eigenen Räume mehr zur Verfügung zu haben, für die weitere Der inhaltliche Rahmen der 16. Gegenuni ist das Motto des Instituts „theorie-praxis-party“. Hierbei geht es den Aktivist_innen zum Einen um eine Reflektion der eigenen Arbeit und der Entwicklung neuer politischer Perspektiven. Zum Anderen sollen irrelevantisierte Wissenschaftsansätze und aktuelle politische Fragen diskutiert werden und Diskussionen über die Möglichkeiten der Vermittlung und des Zusammenhangs der verschiedenen Bereiche geführt werden. Auch praktische Workshops, wie den der cuisine critique im SIKS und eine Queer-Tagsüber-Party im Klapperfeld werden stattfinden. Ein Sprecher der Vorbereitungsgruppe der Gegenuni, Benjamin Walter, äußert sich zur aktuellen Lage wie folgt: Am vergangenen Mittwoch, dem wöchentlichen Barabend Termin des Instituts, versammelten sich spontan 50-60 Personen im Garten des mittlerweile seit 2 Monaten leerstehenden Hauses im Kettenhofweg 130, um dort zu feiern. Nach kurzer Zeit wurde der IvI Barabend von ca. 30 übereifrigen Beamt_innen der Polizei in Bereitschaftspolizeimontur beendet. Dabei wurden von den Beamt_innen wahllos Platzverweise verteilt ohne dies näher zu Bestimmen. „Dass ein harmloser Barabend plötzlich mit verhältnismäßig viel Polizei geräumt wird, ist absurd.“ sagt Sarah Schneider. „Seit wir aus dem Gebäude geräumt wurden, steht es einfach leer und wird nicht genutzt, so wie hunderte anderer Gebäude in Frankfurts Innenstadt. Wir werden weiterhin gegen diese Zustände protestieren und nicht aufgeben, bis wir ein geeignetes Ersatzobjekt bekommen oder selber finden“ #blauerblock #ivibleibt Eine kleine Presseschau zu gestern:
http://blauer.blogsport.de |
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