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Filmvorführung „Wir werden immer weitergehen“ und Diskussion mit dem Berliner Dokumentarfilmer George Lindt

Di., 9.4.2013, 19 Uhr, Pupille im Studihaus Bockenheim: „Wir werden immer weitergehen“

Filmvorführung „Wir werden immer weitergehen“ und Diskussion mit dem Berliner Dokumentarfilmer George Lindt zum November 2012 veröffentlichten Film und Buch

Ebenfalls eingeladen sind zwei Mitwirkende, die mit dem IVI bereits gut bekannt sind:
Markus Dinig (Schnitt) und Klaus Walter (Buchbeitrag).

„Wir werden immer weitergehen“ – Eine Film- und Buchdoku zur Musikszene in B und HH

Als Tocotronic im März 2013 im Capitol auf der Bühne steht und „Alles muss brennen“ dem IVI widmet, tuen sie dies vor vollem Haus. Sie gehören nach zwanzig Jahren zu den Ausnahmen der alternativen Musikszenen aus Hamburg und Berlin, deren Erfolg stetig zunahm. Doch was Erfolg sein sollte, ist sicher eine Frage, die sich nach dieser Dokumentation einmal mehr zu stellen ist.

„Im Zweifel für Ziellosigkeit. Ihr Menschen, hört mich rufen.
Im Zweifel für Zerwürfnisse und für die Zwischenstufen.“

Im Zweifel für den Zweifel auf Schall und Wahn von Tocotronic

Musiker_innen, Club- und Labelbetreiber_innen, Plattenladenbesitzer_innen und andere Kunstliebhaber_innen erzählen Anfang des Jahrtausends in Berlin und Hamburg davon, wie sietrotz gesellschaftlich-ökonomischer Zwänge ihre unterschiedlichen bohemistischen und manchmal prekären Lebensentwürfe realisieren und immer weitergehen – wie sie dann 2012 weiterausführen.

In einer Collage aus Interviews und Konzertmitschnitten, Zeitrafferaufnahmen und Polaroids fängt der Film Lebensgefühl und Pulsschlag der sich wandelnden Musikszenen ein. Dabei kommen nicht nur die Bands zu Wort und das fertige Musikprodukt zur Sprache, auch kulturindustrielle Bedingungen, Produktion und Vertrieb werden thematisiert. Mit viel Liebe zum Detail wird das Wirken zwischen Zwängen und Zielen, zwischen dem Wandel der Epizentren unabhängiger Musikproduktion und der persönlichen Entwicklung der Akteur_innen beleuchtet. Dabei werden zahlreiche Orte erfahrbar, die sonst verborgen oder weniger bekannt geblieben wären, die jenseits des Mainstreams Zuflucht darstellen und oftmals zu kreativen und kritischen Keimzellen wurden.

„Dieser Ort will keinen Profit machen. Du sagst: Kapiert ihr das denn nicht?
Als Geschäftsfrau kann ich so nicht denken, suche händeringend einen Krippenplatz.“

Kaufleute 2.0 auf Der Mensch lässt nach von Schorsch Kamerun

Schorsch Kamerun berichtet an der Seite von Rocko Schamoni vorm Golden Pudel Club über ihre Entscheidungen und Entwicklungen. Gesellschaftliche Konflikte waren ihnen immer bedeutend und Gentrifizierung in den frühen Interviews des Films ein scheinbar neu für sich entdecktes Feld. Sie blieben dabei und als Schorsch sich März 2013 vor seinem überschaubaren Publikum im Mouson mit dem IVI solidarisiert und alle Aufmerksamkeit Aktiven zur Schilderung ihrer Situation überlässt, weiß er wovon sie sprechen. Auch zu diesen Themen ist der Film ein kurzweiliges Zeitdokument.

Die Digitalisierung erschütterte die ganze Musikindustrie. Auf der Spur nach den Versuchen dennoch fortzufahren, rücken die leidenschaftlichen Mentalitäten in den Fokus: Menschen, die sich um manchen Preis selbst und gemeinsam verwirklichen wollen und mitunter paradoxerweise teilhaben an selbst kritisierten Veränderungen. So gehören intime Bekenntnisse und betrübliche Momente ebenso wie Lebensfreude und Zuversicht zum Film, der aufzeigt, wie wichtig es ist weiterzugehen durch Höhen und Tiefen, über Umwege, auf unberührten Pfaden. IVI geht weiter!

Mit Tocotronic, Atari Teenage Riot, Die Goldenen Zitronen, Britta, Die Sterne, Stereo Total, Jim Avignon, Locations von Roter Flora bis zum Tresor, Läden für Vinyl oder Equipment wie Mr. Dead & Mrs. Free und Rückkopplung, Labels wie Buback Tonträger und ZickZack, Nikel Pallats Platten-Vertrieb Indigo und noch so vielen mehr

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