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Uni Ffm: Philosophicum besetzt!

Zur freundlichen Beachtung, hier eine PM des AStA:

Uni-AStA begrüßt Besetzung des leerstehenden Philosophicums als richtiges Signal

In den frühen Abendstunden des 30. Juni wurde das Philosophicum in Bockenheim besetzt. Der AStA begrüßt diesen Schritt. Somit bricht sich einmal mehr der Unmut der Menschen in Bockenheim und Frankfurt über die unzureichende Einbindung in die Stadtgestaltung Bahn.

Mit dem gewählten Objekt handelt es sich um eines jener abrissbedrohten Institutsgebäude die Ferdinand Kramer als einstiger Baudirektor der Universität Frankfurt am Main gestaltete, um nach den Erfahrungen mit dem Faschismus eine demokratische Architektur auszugestalten. Sie wollte die Öffnung der Universität für alle Bevölkerungsschichten zum Ausdruck bringen – anders als die neuen Gebäude der Universität am IG Farben-Campus im Westend und an anderen Standorten. „Auch wenn das Präsidium die Bürgeruniversität ausgerufen hat, so stehen diese mit ihrer klaren Herrschaftsarchitektur und einer Abgrenzung von dem städtischen Leben für eine andere Intention“, bewertet David Malcharczyk, Vorsitzender des AStA, die architektonische Neuausrichtung.

Der angedachte Kulturcampus in Bockenheim darf nach dem im Vollzug befindlichen Wegzug der Universität aus diesem Stadtteil kein pseudoavantgardistisches Großprojekt mit sozialisierten Ausgaben und privatisierten Einnahmen werden. Dies steht jedoch, trotz aller vorgegebenen Bemühungen der Stadt, zu befürchten. „Der Campus muss Ort des selbstorganisierten Lebens, des kulturellen, politischen und bestenfalls auch weiterhin wissenschaftlichen Schaffens bleiben. Hierfür würden sich nicht nur, doch in besonderem Maße die zahlreichen Kramerbauten sowie das zur Redemokratisierung der Studierendenschaft und der Gesellschaft gestiftete Studierendenhaus anbieten“, urteilt Danielle Lichère, hochschulpolitische Referentin des AStA.

Es darf sich nicht die Verwertungslogik durchsetzen. Dass dies auch nicht im Sinne der Gesellschaft und der städtischen Akteur_innen ist, spiegelt sich in den aktuellen Debatten um das seit 2003 besetzte und jüngst an das Immobilienunternehmen Fraconofurt AG veräußerte, ebenfalls von Kramer realisierte Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) wieder. Wie die Universität hierbei alles daran setzt, sich aus der Verantwortung ziehen zu können, ist inakzeptabel. Diesem Urteil schließen sich auch viele Vertreter_innen der Stadtverordnetenversammlung an. Doch es ist ungewiss, ob die Stadt noch ausreichend Einfluss auf die weitere Nutzung des Kettenhofwegs 130 nehmen kann und wird. Beim Philosophicum handelt es sich hingegen um ein Gebäude der ABG Frankfurt-Holding. AStA-Vorstand Daniel Katzenmaier gibt zu Bedenken: „Es ist im Besitz der Stadt, die aufzuzeigen hat, wie Ernst sie die Anliegen der aufgebrachten Bevölkerung – bei steigenden Mieten, exorbitanten Leerstaöden, der Verdrängung von Freiräumen und unvorgeschriebenem Wirken – wirklich nimmt.“

Kreative und urpolitische urbane Räume, die die Möglichkeiten bieten, sich freier als üblich in den kapitalistischen Zentren und ihrem Alltag zu entfalten und gemeinsame Praxen des Zusammen- statt Gegeneinanderlebens zu erproben, sind zu unterstützen. Die Besetzer_innen wollen zu recht an der Gestaltung städtischen Lebens teilhaben, anstatt bestenfalls zu Berater_innen degradiert zu werden.

http://www.asta.uni-frankfurt.de/aktuell/_node/show/6039384.html

Ging dem Institut per email zu:
PM der Inis Offenes Haus der Kulturen e.V, Initiative Zukunft Bockenheim, Ratschlag Campus Bockenheim

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