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Nächstes Treffen der Gegenunivorbereitungsgruppe ist Donnerstag, 25. April 2013 um 20h vorm Studihaus, Mertonstr. 26-18, Uni Campus Bockenheim, Frankfurt am Main
Studierendenhaus, Mertonstr. 26-28, 60325 Frankfurt am Main, Uni Campus Bockenheim Was unter dem Namen „Gegen-Uni“ firmiert und dieses Semester zum 16. Mal stattfindet, war immer auch der Versuch, dem Motto des Instituts, “Theorie-Praxis-Party”, gerecht zu werden. Zur freundlichen Beachtung:
Du kannst es bereits hier runterladen. Ab der ersten Vorlesungs-Woche werden auch Druckversionen des AVV auf den Campus ausliegen. Bockenheim: Cafe KoZ IGFarben: Campus Trinkhalle, Cafe Anna Blume , PEG Foyer, uvm Riedberg: Eingang Physik Ginnheim: (kommt noch) Uni-Klinikum: KOMM Inhalt des AVV:
http://asta-frankfurt.de/aktuelles/alternatives-vorlesungsverzeichnis-sose-2013
15. Gegenuni:
Wenn das IvI in der FAZ mehr oder weniger positiv rezipiert wird, dann hat das nicht nur damit zu tun, dass einige Professor_innen Unterstützungsaufrufe unterzeichnet haben. Sondern das geht im Wesentlichen darauf zurück, dass kritische Theorie im Schatten einer Institution betrieben wird, die historisch gesehen schon immer das Personal für herrschende Eliten produziert hat. Die „Gegenuni“ funktioniert in diesem Sinne als eine Art „bessere“ Uni, die sich fast ausnahmslos aus akademischem Personal rekrutiert, das akademische Inhalte diskutiert. Anspruch dabei ist jedoch, Formen der Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen gemeinsam zu erarbeiten, die eine größtmögliche Teilhabe zum Ziel haben. In kritischen Gesellschaftswissenschaften wird häufig die Konstruktion von gender, race und class hervorgehoben, die in gesellschaftlichen Praxen und Diskursen permanent neu hergestellt werden. Aber während für gender und race gilt, dass diese durch biologistische oder kulturalistische Erklärungsmuster in den Alltagsverstand eingeschrieben sind und wie selbstverständlich als gegeben vorausgesetzt werden, so gilt dies nicht für class. Die Annahme, dass Klassenlagen sozial begründet und nicht unveränderlich festgeschrieben sind, ist heute weitgehend unumstritten, obwohl mit Sarrazins Thesen solche Positionen wieder in den Mainstream einsickern. Die bürgerlichen Revolutionen brachten die ständische Gesellschaft mit ihrer göttlichen Ordnung zum Einsturz. Erstmals galten alle Menschen als Individuen und wurden als frei und gleich verstanden (was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, wer zu dieser Zeit als „vollwertiger“ Mensch galt und wer nicht). Dem voraus gingen Vergesellschaftungsprozesse, die eine spezifische Praxis zur Grundlage haben, nämlich die Produktion von Gebrauchswerten in Form von Waren, die als Äquivalente getauscht werden. Auch dieser Äquivalententausch, der den Kauf und Verkauf der Ware Arbeitskraft einschließt, setzt Freiheit und Gleichheit voraus, die formal im bürgerlichen Recht festgeschrieben sind. Unter dieser Bedingung gibt es keinen Gott mehr, der über irgendwelche Schicksale verfügt, und keine Ordnung, die alle auf ihre Plätze verweist. Die Menschen sind auf sich selbst verwiesen, Gesellschaft erscheint als die Summe der Individuen, jede gilt als ihres Glückes Schmiedin. Soziale Ungleicheit wird zum Ergebnis individueller Entscheidungen: Die Einen sind faul und nutzen ihre Chance nicht, von der Tellerwäscherin zum Millionär aufzusteigen; die anderen sind fleißig und innovativ und gehen genau diesen Weg. Nahezu alle bürgerlichen Gesellschaftstheorien reproduzieren diese Ideologie, von Adam Smith bis Ulrich Beck. Aufgabe eines kritischen Begriffs von Gesellschaft wäre dagegen, die strukturellen Hintergründe offenzulegen und zu hinterfragen. Jede Gesellschaftstheorie, die sich auf „Klasse“ bezieht, wird von vornherein unter den Verdacht gestellt, mit der Feststellung von Klassenverhältnissen a) einen Hauptwiderspruch aufzumachen und andere Widersprüche auszublenden, b) das Proletariat zum revolutionären Subjekt zu erheben und proletarische Handlungen per se positiv zu befinden. Beides lehnen wir rundherum ab. Geschichte ist die Geschichte einer Vielzahl von Kämpfen, die auf unterschiedliche Arten und Weisen in die Institutionen eingeschrieben sind, und die nicht auf ökonomische Stellungen zu reduzieren sind. Mit der Gegenuni wollen wir einen Beitrag zur Kritik leisten und strukturelle Hintergründe offenlegen und hinterfragen. Wir setzen uns mit dem Begriff der Klasse auseinander und mit den Dimensionen, die im Vorangegangenen schon ersichtlich geworden sind. In der Vorbereitung der Gegenuni haben wir versucht, uns einigen dieser Dimensionen anzunähern. Unsere Auseinandersetzung bildete dabei keine strukturierte Analyse, sondern hatte eher assoziativen Charakter. Entsprechend erhebt auch das Programm nicht den Anspruch, alle Aspekte des Themas zu behandeln, sondern wir verstehen die Gegenuni als eine offene Plattform, die Zugänge schafft und Diskussionen anregt.
Buchvorstellung und Gespräch Feministische Philosoph_innengruppe Uni Frankfurt “Fleischmarkt” ist der Versuch, einige der Strategien aufzuzeigen, mit denen Frauenkörper im Spätkapitalismus entmachtet und kontrolliert werden. Anhand der Themen Sexualität, Essstörung, geschlechtsspezifisches Kapital werden einige der Parameter dargestellt, die für den Handel mit dem weiblichen Fleisch als sexuelles und soziales Kapital von Bedeutung sind. Es wird gezeigt, wie Frauen von ihren geschlechtlichen Körpern entfremdet und genötigt werden, die elementaren Bestandteile ihres eigenen Geschlechts käuflich zu erwerben.” Laurie Penny, 25, gemäß Selbstauskunft Jounalistin, Autorin, Bloggerin, Feministin, Sozialistin, Utopistin, Querulantin und Unruhestifterin. Schreibt regelmäßig für den New Statesman, den Guardian und den Independent und veröffntlicht Beiträge auf ihrem Blog: www.penny-red.com Jenny Künkel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institu für Humangeographie an der Goethe Universität. Sie Abrbeitet zu den Themen Neoliberalisierung des Städtischen, Polizie und Sexarbeit, v.a. aus neomarvistischen und neofoucaultschen Perspektiven. Privat ist sie an verschiedenen feministische und stadtpolitischen aktivistische Zusammenhängen beteiligt. ___ Journal Frankfurt vom 22. Oktober 2012
Laurie Penny liest aus ihrem Buch
Britischer Feminismus kommt nach Frankfurt
Foto: © London Evening Standard
Die britische Bloggerin Laurie Penny ist mit ihrem Buch “Fleischmarkt” auf Deutschlandtour. Am Dienstag, 23. Oktober, liest sie im Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI).
Nachdem ihr scharfsinniges Buch “Fleischmarkt” auch in deutscher Übersetzung ein Erfolg geworden ist, ist die britische Bloggerin und Journalistin Laurie Penny im Oktober zu einer Tour aus New York nach Deutschland gekommen. Jetzt macht sie Station in Frankfurt. Die Lesung findet am 23. Oktober ab 19 Uhr im Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) statt.
Laurie Pennys Buch ist gesellschaftskritisch: Laut der Autorin ist unsere Kultur besessen von der Kontrolle über den Körper, sie würde vor Darstellungen unwirklicher weiblicher Schönheiten überquillen. Gleichzeitig weide sich die Presse an magersüchtigen Starlets, schwangeren Unterschichts-Teenagern und feuchten Schoßgebeten. Die 26 Jahre alte Laurie Penny, jung und zornig, stellt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die solchen Marktstrategien zugrunde liegen. “Es ist befreiend, Laurie Penny zu lesen. Sie ist eine starke Ermutigung für einen jungen, lebendigen Feminismus”, schrieb Marie Schmidt gleich nach Erscheinen des Buches in der Zeit. Im Mai wurde das Buch auf Platz 5 der Sachbuchbestenliste von NDR und Süddeutsche Zeitung gewählt, zahlreiche lobende Besprechungen folgten. Der Eintritt für die Lesung im IvI kostet 6, ermäßigt 3 Euro. http://www.journal-frankfurt.de/?src=journal_news_einzel&rubrik=9&id=17053 22. Oktober 2012
jab
Der immense Leerstand in der Stadt Frankfurt ist Gegenstand dieser fotografischen Ausstellung. Zugleich ist er ein Anlass, um Strukturen zu hinterfragen, die verhindern, dass leer stehende Gebäude und Räume auf andere Weise genutzt und wieder zugänglich gemacht werden.
Das zeigt sich nicht nur an der prekären Situation von Kulturschaffenden, die bei ihrer verzweifelten Suche nach Diese Ausstellung will mit Bildern von ausgewähltem Leerstand diese Situation dokumentieren und zum Nachdenken anregen: das heißt, zu einer Debatte beitragen, in der über Möglichkeiten der Umnutzung von leer stehenden Gebäuden nachgedacht wird und deren ungenutztes Potenzial offenbar wird. Leerstand in Frankfurt Einführungsveranstaltung “Hintergründe und Chancen des chronischen Leerstandes in Frankfurt” “Gemeinschaftliche Wohnprojekte - wo gibt es in Frankfurt Perspektiven für neue Wohnkultur” “Wohnungsnot und Gentrifizierung in Frankfurt - Beiträge der Humangeographie für aktuelle Stadtpolitik” Diskussion & Austausch Ausstellung Finissage und Film ___ 2003 wurde im Rahmen der Studierendenproteste ein leerstehendes Unigebäude im Kettenhofweg 130 besetzt und darin das Institut für vergleichende Irrelevanz gegründet (IvI). Das IvI versteht sich als als selbstorganisierter Raum, welcher Menschen unabhängig ihres Geschlechts,ihrer Herkunft,ihres Alters oder Sexualität die Möglichkeit gibt, sich so frei wie möglich von gesellschaftlichen Zwängen selbstbestimmt zu bewegen. Das IvI zu einem Ort entwickelt, in welchem Wissenschaftler_innen, Bands, Künstler_innen und anderen Engagierten Theorie, Praxis und Party leben und ihren alternativen Gesellschaftsentwurf verwirklichen können. Im Rahmen der aktuellen universitären wie gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen erscheint es notwendiger denn je, dass Räume und Projekte wie das IvI die Möglichkeiten offen halten, sich in kritischer Auseinandersetzung und Reflexion zu und trotz diesen Verhältnissen entwickeln zu können. Die immer stärker zunehmenden sozialen Ausgrenzung, Umstrukturierung ganzer Stadtteile sowie des universitären Betriebes machen es unumgänglich, dass kritisches Denken Zeit und Raum braucht und sich nimmt, um diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.
Achtung Raumänderung: Die Veranstaltung findet im Insitut für Humangeographie, Rober-Mayer_straße 6-8 statt. Der genaue Raum wird noch bekantgegeben. Vortrag und Diskussion mit Susanne Heeg Der Handel mit Immobilien spielte schon bei der Sanierung des Westends ab den 1960er Jahren eine entscheidende Rolle: Wohnhäuser wurden von privaten Investorinnen gekauft, die Mieter_innen vertrieben, und die Grundstücke unbebaut oder bebaut an Dienstleistungsunter-nehmen verkauft. Möglich war dies, weil es einerseits einen großen Bedarf an Büro- und Gewerberäumen in Innenstadtlagen gab, andererseits der Magistrat die Erweiterung der City ins Westend beschlossen hatte und entsprechend großzügige Bau-genehmigungen erteilte. Vor diesem Hintergrund waren die Bodenpreise von 386,- DM (1962) auf 1713,- DM (1973) gestiegen. Auch gegenwärtig dominiert noch der tauschwertorientierte Umgang mit der gebauten Umwelt. Die Konflikt-situation rund um das ivi ist ein gutes Beispiel dafür, welche Konflikte sich beim Aufeinandertreffen von gebrauchs- und tauschwert-orientierten Orientierungen ergeben: die Forderung nach Räumen für alternative, nicht-kommerzielle Nutzungen treffen auf maximale ökonomische Verwertungsinteressen. Auch wenn dies den Eindruck macht, dass sich seit dem Westend-Konflikt keine Veränderungen ergeben haben, so haben sich die Bedingungen auf den Immobilienmärkten grundlegend gewandelt. Durch die zunehmende Verflechtung mit dem Finanzsektor haben nicht nur neue Akteure die Bühne betreten, sondern auch in den Finanzierungsformen und der Verteilung des Risikos ist es zu einschneidenden Veränderungen gekommen. Dies trifft auf eine Stadtpolitik, in der der Inwertsetzung des öffentlichen Raums hohes Gewicht zukommt. In ihrem Vortrag wird Susanne Heeg zentrale Akteure und Instrumente dieser Entwicklung vorstellen. |
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