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diskus Frankfurter Studierenden Zeitschrift: Down by LawDas Verwahren „überflüssiger“ Vortrag und Diskussion mit Jenny WeyelMittwoch 21.07.2010 »Faites votre jeu!«, Klapperfeldstraße 5 Die USA weisen mit 2,3 Millionen Gefangenen sowohl nominell wie auch prozentual die mit Abstand höchste Inhaftierungsrate weltweit auf. Während der Anteil der GefängnisinsassInnen an der Gesamtbevölkerung über das 20. Jahrhundert hinweg weitgehend konstant geblieben war, hat er sich in den USA seit Mitte der 1970er Jahre verfünffacht. Dies ging auf eine massive Verschärfung der Strafen vor allem im Kontext des so genannten War on Drugs zurück. Zeitgleich zu dem enormen Anwachsen der Zahl der Häftlinge fand ein „blackening“ der amerikanischen Gefangenenbevölkerung statt, das heißt, der Anteil der people of color nahm verglichen mit dem der Weißen weitaus schneller zu. Eine bedeutende Veränderung in den vergangenen Jahrzehnten ist außerdem die steigende Privatisierung des amerikanischen Gefängnissystems, die unter anderem in Folge der Überbelegung zahlreicher Gefängnisse ab Mitte der 1980er Jahre vorangetrieben wurde. Ein weiteres Spezifikum des Gefängnissystems der USA ist, dass den Gefangenen in fast allen Bundesstaaten während ihrer Inhaftierung und zumeist auch während der Bewährungsphase ihr Wahlrecht entzogen wird. Im Rahmen der Veranstaltung soll die Transformation des amerikanischen Gefängnissystems während der vergangenen Jahrzehnte, sowie die aktuellen Veränderungen im Zuge der Wirtschaftkrise und der Präsidentschaft Barack Obamas diskutiert werden. Jenny Weyel lebt in Denver, Colorado. Sie arbeitet politisch und wissenschaftlich zum amerikanischen Strafvollzug und der Kriminalisierung von people of color
The Mexico-U.S. border is one of the central places where global north and global south clash. On the one hand there is a great economic interdependency between both states as can be seen in the maquiladora industry or the huge share of remittances in the Mexican gross income. In the 1990s this interdependency was further solidified by the free trade agreement NAFTA. On the other hand there is a growing fortification of the border through fences and national security agents and the army in both countries. Both developments symbolise efforts of different actors to regulate global flows of capital, commodities, migrants, information, identities, drugs etc. through control while at the same time practices against the border regime – like illegalized migration or drug trafficking – occur. The effects of these oppositional practices must be reflected very critically, as they cause new regimes of violence, which can be seen in the brutal drug milieu with thousands of murders during the last years and with the femicides in northern Mexico. While the general issue of the Mexico-U.S. border isn’t covered in German media or discussions at all, we will discuss these themes together with Melissa Wright. She is Associate Professor in Geography and in Women’s Studies at the Pennsylvania State University and currently teaches and researches as guest lecturer at Institute for Human Geography in Frankfurt. Her research at the border around the issues of the femicides, the maquiladora industry, governmental repression and popular protest covers more than 15 years. (cf. http://www.geog.psu.edu/people/wright/)
The lecture will be in English. In the discussion, statements in German are highly welcomed and will be translated.
Veranstaltungshinweis: David Harvey wird am Donnerstag, dem 11.06., und am Freitag, dem 12.06.2009, in Frankfurt/M. weilen. Er wird an beiden Tagen zwei Vorträge halten:
2. - 12. Juni 2009; Ivi programm_gg_uni 9.0 als download (*.pdf) Ein ständig aktualisiertes Programm findet ihr hier
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| 9. Juni 2009 | ||
| 20:00 |
“After Neoliberalism” Vortrag und Diskussion mit Wendy Larner (University of Bristol)
Wendy Larner ist Professorin an der “School for Geographical Sciences” der University of Bristol und dieses Semester Gast am “Institut für Humangeographie” der Uni Frankfurt.
Als eine der führenden Vertreter_innen der Radical Geography beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit Globalisierung, Gouvernance und Gender, wobei sie dabei kritische Gesellschaftstheorie mit empirischer Forschung zu Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie ökonomischer Restrukturierung und community development verbindet.
Im Rahmen des Vortrages und der anschließenden Diskussion wird thematisiert, inwiefern die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise zu einer Transformation neoliberaler Verhältnisse führt.
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt
Die Veranstaltung findet im Rahmen der 9. Frankfurter GegenUni statt. Programm
Vorläufiges Programm in tabellarischer Form zum Download (PDF; 32kB)
Die Zeiten sind, soweit nicht anders angegeben, s.t.. Beginn jeweils pünktlich!
14.00 Uhr - 15.30 Uhr
Eröffnung und Organisatorisches
15.30 Uhr - 17.00 Uhr
Nadine Marquardt / Henning Füller (Frankfurt/M.): Stadt und Gouvernementalität
17.30 Uhr - 19.00 Uhr :: Workshopblock I
Michael Mießner: Gleichwertige Lebensverhältnisse. Grundlagen und Konjunkturen eines Konzeptes.
Die Idee der ‚Gleichwertige Lebensverhältnisse’ gilt als eines der zentralen Konzepte in der Raumordnung. Werden räumliche Ungleichheiten zu groß, wird diese als Argument herangezogen um staatliche Gegenmaßnahmen einzufordern.
Aber was steckt eigentlich dahinter? Dies soll in dem Vortrag diskutiert und die verschiedenen inhaltlichen Füllungen im historischen Verlauf herausgearbeitet werden. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, ob kritische Geograph*Innen und Regionalwissenschaftler*Innen sich positiv auf dieses Konzept beziehen sollten, oder eher nicht.
Philippe Kersting: Kritische physische Geographie. Versuch einer postautistischen Geomorphologie
Am Beispiel der Geomorphologie soll die Möglichkeit einer verrückt denkenden bzw. anders sehenden Physischen Geographie skizziert werden. Diese kann insofern als “kritisch” bezeichnet werden, als dass sie ihre eigenen Begriffe, Theorien und Konzepte in den Blick nimmt, und insofern als “postautistisch”, als dass der Mensch nicht mehr als Objekt bzw. Faktor, sondern als kreatives Subjekt mit einbezogen wird.
Dieser Versuch einer reflexiv-relationalen Physischen Geographie soll keineswegs klassische positivistisch-rationalistische Ansätze entwerten oder gar verdrängen. Er ist vielmehr komplementär und soll lediglich den Blick auf bisherige blinde Flecken des klassischen physisch-geographischen Sehens richten, um andere Sichtweisen zu ermöglichen. Ziel ist die Vervielfältigung der epistemologisch-methodologischen Herangehensweisen an physisch-geographische Fragestellungen.
Solche Überlegungen spielen insbesondere in den Ansätzen zur Kopplung von Mensch und Umwelt eine ganz zentrale Rolle. Hier ist zu bemerken , dass diese Kopplung häufiger durch eine “Vernaturwissenschaftlichung” der Geistes- und Kulturwissenschaften als durch eine “Vergeisteswissenschaftlichung” der Naturwissenschaften geschieht. Das Potential dieses zweiten Weges zu diskutieren, ist Ziel des Workshops.
Martin Temmen / Florian Hohenstadt: Widerstand gegen die “Aufwertung” in der Hanauer Innenstadt
Im Rahmen des sogenannten “Wettbewerblichen Dialogs” wurde die Hanauer Innenstadt zur Neugestaltung durch Investoren ausgeschrieben. Im ersten Teil des Workshops werden die Positionen der verschiedenen Interessensgruppen und Aushandlungsprozesse vorgestellt. Im zweiten Teil soll es darum gehen, Interventionsmöglichkeiten im Allgemeinen gegen Aufwertungsprozesse am Beispiel Hanaus zu diskutieren.
20.00 Uhr - 21.30 Uhr
openMic - Kaltgetränke und Berichte aus Instituten, Arbeitskreisen, Gruppen, Initiativen etc.
10.00 Uhr - 11.30 Uhr
John Kannankulam (Frankfurt/M.): EU-Migrationsregime
12.00 Uhr - 13.30 Uhr
Mihai Balan (Europäischer Verband der Wanderarbeiter), Kirsten Huckenbeck (Redaktion express): Kein Ort - nirgends? Viele Orte - überall? Wanderarbeit und Organisierung
14.45 Uhr - 16.15 Uhr :: Workshopblock II
Christian Z. Schmitz: Materialistische Geographie und ihre Bausteine zur Globalisierungsanalyse
Die theoretischen und methodologischen Erkenntnisse der Raumproduktionstheorie werden auf den Prozess der Globalisierung angewendet, der, als die augenblicklich dominierende Raumproduktion, die Geographie des aktuellen Kapitalismus erzeugt.
Mit diesem methodologischen Gerüst wird der Produktionsprozess des Raumes in seine Bestandteile zerlegt, ohne sie zu verabsolutieren. Die Suche nach den Bestandteilen der Produktion von Raum lässt die Prozesse der Aneignung von Territorium, die Ursachen gesellschaftlicher Entfremdung, die darauffolgende Ideologisierung und die gesellschaftliche Institutionalisierung miteinander verschmelzen. Die Produktion des Raums kann n.M.d.Verf. als die Gesamtheit dieser vier Prozesse angesehen werden.
Letztlich führt eine so verstandene materialistische Geographie zu einem besseren Verständnis der aktuellen Geographie des Kapitalismus. Globalisierung ist vom Kapitalismus produzierter Raum, der die Verhältnisse verschleiert und die produzierten Fetische mit der Macht ausstattet, ihre eigenen Produzenten zu entmachten. Globalisierung ist die Geographie des Antagonismus von Zentrum und Peripherie, darauf angelegt neokoloniale Territorien, unabhängig ihrer Potenz und ihrer Maßstabsebene, zu hinterlassen, die sich einem imaginären Zentrum und letztlich einer Strategie ihrer eigenen Umbildung unterwerfen.
Philippe Kersting / Carsten Gräbel: Landschaften Afrikas, afrikanische Landschaften? Die imperiale Politik geographischer Repräsentationen - Teil A
16.45 Uhr - 18.15 Uhr :: Workshopblock III
John Kannankulam: Grundlagen materialistischer Staatstheorie.
Philippe Kersting / Carsten Gräbel: Landschaften Afrikas, afrikanische Landschaften? Die imperiale Politik geographischer Repräsentationen - Teil B
18.45 Uhr - 19.15 (19.30) Uhr :: Workshopblock III
RaGeo Bern: Wegweisungs- und Perimeterpolitik in Bern
Volker Kirst: Strukturwandel im Gallusviertel (Frankfurt) seit den 1970er Jahren
Matthias Fleischer: Türkische Transnational Communities
Die grundlegenden Veränderungen der Migrationsthematik in westeuropäischen Staaten im Zuge der jungen Migrationsbewegungen seit den sechziger Jahren hat nicht nur innerhalb der Wissenschaft viele Fragen bezüglich transnationaler Dynamiken aufgeworfen, sondern jüngst auch das politische Feld in arge Bedrängnis gebracht. So wird händeringend nach dem zentralen Ansprech- und Verhandlungspartner gesucht, welcher die „Muslime“ im jeweiligen Land zu vertreten vermag, ohne dabei jedoch der Heterogenität des islamischen Feldes in Europa oder den transnationalen Dynamiken gerecht zu werden. Dabei muss jedoch auch kritisch hinterfragt werden, ob transnationale Strukturen nicht nur die Möglichkeit bieten, Alltagsleben zu gestalten sondern auch die Option der politischen Meinungsbildung und Einflussnahme im nationalen Kontext jenseits der direkten individuellen Partizipation im politischen Geschehen des Gastlandes eröffnen. Erweitert sich zudem mit Blick auf den Ein- und Aufstieg von Personen mit Migrationshintergrund nicht nur in wirtschaftlichen und lokalpolitischen Bereichen des Gastlandes, sondern auch in politische Strukturen auf nationaler Ebene diese Sphäre um ein neues Element?
Simon Brinkrolf / Frankfurter Evaluationsboykottist/inn/en: Lehrveranstaltungsevaluationen. Informationen und Kritik
10.00 Uhr - 11.30 Uhr
Anke Strüver (Kassel): Körper und Macht
12.00 Uhr - 13.30 Uhr :: Workshopblock IV
Michael Wudi: Intersectionality and Geography. Neue Anreize für eine kritische Gesellschaftsanalyse?!
Ulrich Best / Thomas Bürk / Matthias Naumann: Arbeitsbedingungen in der Geographie/an Hochschulen
14.30 Uhr - 16.00 Uhr
Abschlussdiskussion und Ausblick
| 29. Mai 2009 | bis | 31. Mai 2009 |
Zweite Forschungswerkstatt Kritische Geographie
Termin: 29.-31. Mai 2009
Ort: Frankfurt a.M., Institut für Humangeographie und Institut für vergleichende Irrelevanz
Zielgruppe: Alle, die sich für Kritische Geographie interessieren, auch und insbesondere Studierende und Promovierende
Auf Grund des großen Erfolges der ersten Forschungswerkstatt Kritische Geographie im Oktober 2008 mit über 70 Teilnehmenden aus knapp 20 Hochschulen findet am Pfingstwochenende 2009 die zweite Auflage statt.
Wozu eine Forschungswerkstatt Kritische Geographie?
Trotz der beiden aktuellen Themenhefte „Kritische Geographie“ von ACME: An International E-Journal for Critical Geographies (H. 3, 7. Jg. 2008 unter www.acme-journal.org/Volume7-3.htm) und Geographische Revue (H. 2, 10. Jg. 2008) sowie zahlreicher anderer Aktivitäten gilt nach wie vor, dass Kritische Geographie in der BRD am Rande der Disziplin stattfindet.
Theorieströmungen, politische Initiativen und Themen, die für andere Disziplinen und für die Geographie anderswo prägend waren – etwa marxistische, feministische und antirassistische Debatten –, waren und sind hierzulande entweder Randphänomene oder vollkommen außen vor. Was vor allem fehlt, ist ein Ort für explizit kritische Debatte geographischer Inhalte. Einen eben solchen will die Forschungswerkstatt Kritische Geographie zum nunmehr zweiten Mal bieten.
Erneut wird „Kritische Geographie“ als recht offener Oberbegriff verwendet, unter dem in erster Annäherung eine politisch engagierte Wissenschaft in der Tradition von Marx, Foucault und feministischen Theorien verstanden werden kann, die sich in herrschafts- und machtkritischer Weise und mit Bezug zu sozialen Kämpfen konkreter Themen annimmt und diese, in Überwindung des akademischen Konkurrenzprinzips, im Austausch miteinander zu bearbeiten versucht. Dieser Art von Wissenschaft sieht sich die Forschungswerkstatt Kritische Geographie verpflichtet.
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