schupplade

Tag & Nacht der offenen Türen im Ivi

Das Motto des Instituts für vegleichende Irrelevanz (Ivi) heisst bekanntlich ‘Kritisches Denken braucht und nimmt sich Zeit und Raum’. nur, die Zeit wird langsam knapp und der Raum immer kleiner. Der neue Besitzer ist nicht verhandlungsbereit und droht mit (polizeilicher) Räumung. deswegen lädt das Institut zum ersten Tag und der ersten Nacht der offenen Türen in den Kettenhofweg 130: am Samstag,dem 2. Juni ab 17 Uhr, damit sich die Bürger_innen von Frankfurt selber ein Bild machen können. es gibt Filme und Infos, Essen und Trinken, ein Museum der Irrelevanz, Kinderprogramm und mehrere Ausstellungen, Bar-Abend etc.. Open End!

  • Kinderbespaßung ab 14h
  • Geschichte des Ivi/Führungen durch das IvI um 17h30 und 20h30
  • Barabend der Graduiertentagung ab 22h (http://www.graduateconferencefrankfurt.de/index.php/programm)
  • Kramer-Film (noch nicht so sicher)
  • Präsentation der Konzertgruppen mit Plakaten etc. in einem Raum (die ganze zeit)
  • Sonntag, ab 13h30 Brunch
  • Waffelstand + T-Shirts + Ivi-Buttons

Zur Geschichte des Frankfurter Stadtwappens

Vortrag und Diskussion mit Charly Außerhalb

Zum 60jährigen Jubiläum der Wiedereinführung des Frankfurter Stadtwappens hat das Institut für Stadtgeschichte eine Broschüre herausgegeben, die sich mit der 700jährigen Geschichte des Stadtadlers beschäftigt. Dabei fällt wieder einmal unter den Tisch, dass es sich bei dem bis heute gültigen Frankfurter Stadtwappen um einen Entwurf aus der Zeit des Nationalsozialismus handelt. Und der war keineswegs beliebig, denn die Nazis verwendeten viel Zeit und Mühe darauf, das Bild von Frankfurt als „jüdisch und liberal verseuchter“ Stadt loszuwerden. So erfolgte 1935 die Verleihung des NS-Ehrentitels „Stadt des deutschen Handwerks“ durch Adolf Hitler, 1936 wurde der neue Stadtadler eingeführt, der bis heute im Amt ist.

In einem reich bebilderten Vortrag wird Charly Außerhalb die jüngere politische Geschichte des Symbols zur Diskussion stellen.

„Die Stadtpolizei trägt ihn, an Amtsgebäuden sieht man ihn, auf Briefköpfen ist er vieltausendfach unterwegs, und nicht zuletzt repräsentiert er die Stadt auch auf dem Magistrats-Kaffeegeschirr.“ (FR, 11.02.2012)

Proletariat und Revolutionstheorie

Am Freitag, 20.1. ab 18:00 Uhr findet im IVI, Kettenhofweg 130 Frankfurt/Main eine Veranstaltung statt, die keine Person verpassen wird, die sich nicht vor der Geschichte blamieren will. Es werden 2 bahnbrechende Präsentationen gezeigt, die euch aus unerträglicher Lethargie erretten. Wir arbeiten seit einiger Zeit mit großem Ernst an der Kritik der gegenwärtigen und der historischen communistischen Bewegung und präsentieren einige Resultate unserer bisherigen Forschung.

18:00 Uhr – Proletarität und Revolutionstheorie – Zu den Konstitutionsbedingungen und der Beschaffenheit revolutionärer Subjektivität

Das »Proletariat« hat als Chiffre eine lange, unrühmliche Karriere hinter sich. Im »traditionellen Arbeiterbewegungsmarxismus« mit dem historischen Phänotypen des Proleten identifiziert, welcher qua seiner Stellung im Produktionsprozess und seiner moralisch verstandenen Knechtung revolutionäres Bewusstseins spontaneistisch im Klassenkampf entwickeln müsse, oder per se rebellisch jenseits der Fetischisierungen, Mystifizierungen und Naturalisierungen der kapitalistischen Verkehrsformen stünde, hat sich spiegelverkehrt dazu das Gros der Marxisten und Linken enttäuscht vom Proletariat verabschiedet, nachdem dieses nicht seinem »geschichtlichen Beruf« (Marx) nachgekommen ist, sondern sich stattdessen ganz im Gegenteil als das erwiesen hat, als was es im kapitalistischen Produktions und – Verwertungsprozess gesetzt ist: variabler Teil des Kapitals. Seit dem Untergang des sogenannten »Realsozialismus«, sowie der »prolet-arischen« (Franz Neumann) Konterrevolution des Nationalsozialismus und der Shoa schwankt die westliche Linke allgemein und die deutsche insbesondere zwischen einer abgeschmackten Neuauflage der positiven Revolutionstheorie des Traditionsmarxismus, der (wertkritischen) Soziologisierung des Proletariats, einer Ausweitung des »utopische Bilderverbot(s) auch auf die Frage nach dem revolutionären Subjekt« (Ingo Elbe) und dem postmodernistischen »Abschied vom (revolutionären) Subjekt«. Während sich die fortschreitende Akkumulation des Kapitals weiterhin über die extensiv wie intensiv akkumulierende Proletarisierung eines Großteils der Menschheit vollzieht, ist der Begriff von der »Daseinsform, Existenzbestimmung« (Marx) der Proletarität und den Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Dimension revolutionärer Theorie und Praxis verschüttet. Gegen die Arbeitertümelei des Proletkults einerseits und die ihr aufsitzende Abkehr vom Proletariat andererseits wäre Proletarität nicht als Antwort auf die Scheinfrage zu begreifen, ob das Proletariat bereits das revolutionäre Subjekt sei, sondern als eine Voraussetzung des dynamischen Prozesses seiner Subjekt- und Bewusstwerdung zu rekonstruieren, die eine kommunistische Revolution realistisch möglich und denkbar macht. Nur in einer nüchternen Bestimmung der Bedingungen, objektiven Möglichkeiten und Tendenzen einer kommunistischer Vergesellschaftung lassen sich die Formen und der Inhalt revolutionärer Subjektivität als der »Klasse des Bewusstseins« (Lukács) konkretisieren, die sich auf der Höhe der modernen Vergesellschaftung wissenschaftlich über ihre Lebensverhältnisse klar wird und sie praktisch umwälzt. Der Zusammenhang des Proletariats mit einer kommunistischen Revolutionstheorie wäre also in dem konkreten Beantwortungsprozess der Frage zu erschließen, wie diese Revolution beschaffen, was ihre Voraussetzungen, Mittel und Ziele sein könnten.

19:30 Uhr – Der öffentliche Raum in der spektakulären Zeit

Die moderne Kunst hatte zum kapitalistischen Alltagsleben bereits in den 20er Jahren alles gesagt: Dass es zu überwinden sei. Die damaligen Avantgarden sahen sich Vorreiter einer umfassenden Revolution, in deren Dienst die Poesie zu stellen sei. Sie griffen die Kunst selbst an, deren „bürgerliche“ Schönheit und Erbaulichkeit sie nur zur Rechtfertigung des Bestehenden für tauglich hielten. Aber die erhoffte Revolution blieb aus und die avantgardistische Kunstkritik verlor ihre destruktive Bedeutung. Die dadaistischen und surrealistischen Werke wurden genießbar und selbst zu hoch gehandelten Kunstwaren.
In den 50er Jahren traten in Paris die Lettristen auf den Plan, von denen einige später die Situationistische Internationale gründeten. Sie erklärten die Versuche der alten Avantgarden für gescheitert und schrieben sich konsequent das Projekt der Aufhebung der Kunst und Verwirklichung der Poesie auf die Fahnen, d.h. die Freisprengung der ästhetischen Vermögen aus der Kunstsphäre als Voraussetzung einer neuen revolutionären Praxis im alltäglichen Leben. Zu diesem Zweck entwickelten sie Methoden wie la Dérive (das Umherschweifen in Städten als Forschungsmethode), die Psychogeographie (Wissenschaft von den Wirkungen des geographischen Millieus auf das emotionale Verhalten der Individuen) und das Détournement (bewusste Entwendung vorgefundener kultureller Gegenstände), deren Bedeutung für eine revolutionäre Theorie und Praxis der Vortrag zu diskutieren unternimmt.

Freitag, 20.1. ab 18:00 Uhr im IVI, Kettenhof 130, Frankfurt / Main (U-Bahn Station „Bockenheimer Warte“)

Facebook Link (ladet eure Freunde und Verwandten ein!)

Nach der Veranstaltung gibt es im IVI „irgendso ein Punkkonzert, oder eigentlich gar kein richtiges Konzert“. Da gehen wir dann auch hin.

Veranstaltungsreihe: »Kampf um selbstverwaltete (Frei-)räume und gegen Gentrifizierung – Vernetzungs­strategien und die Möglichkeiten linker Intervention in den öffentlichen Raum« @ *Faites votre Jeu!*

Veranstaltungsreihe: »Kampf um selbstverwaltete (Frei-)räume und gegen Gentrifizierung – Vernetzungs­strategien und die Möglichkeiten linker Intervention in den öffentlichen Raum«

@ *Faites votre Jeu!*, Klapperfeldstr. 5, 60313 Frankfurt a/Main

Freitag, 11. Juni 2010 | 20 Uhr
»Perspektiven selbstverwalteter Räume«

Mit Vertreter_innen der Kampagne »Hände hoch – Haus her: für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt« (haendehoch.blogsport.de), des seit April besetzten »Autonomen Zentrums« in Köln-Kalk (unsersquat.blogsport.eu), des »Instituts für vergleichende Irrelevanz – ivi« (Ffm) (ivi.copyriot.com) und von »Faites votre jeu!« (Ffm). Nach der Vorstellung der Projekte sollen die Parallelen und Unterschiede im Kampf um selbstverwaltete Räume in den einzelnen Städten diskutiert werden. Mehr lesen: Veranstaltungsreihe: »Kampf um selbstverwaltete (Frei-)räume und gegen Gentrifizierung – Vernetzungs­strategien und die Möglichkeiten linker Intervention in den öffentlichen Raum« @ *Faites votre Jeu!*

Hausbesetzung in Darmstadt

Banner Neckar 5:

In der Nacht vom 2. auf den 3. Juni wurde in Darmstadt ein über Jahre leerstehendes Haus in der Neckarstraße 5 besetzt. Erklärtes Ziel der neuen Nutzer_innen ist es, Wohnraum zu erschließen, aber auch Raum für alternative Kultur und politische Arbeit zu schaffen.

Um ihrer Forderung nach einer langfristigen Nutzung des Geländes unweit der Fachhochschule und des darmstädter Haubtbahnhofes Nachdruck zu verleihen, stellten die neuen Nutzer_innen schon jetzt ein Programm für die nächsten Tage online. Neben vielfältigen inhaltlichen Veranstaltungen soll es auch Partys, ein tägliches Cafe, “Vokü” und vieles mehr geben: neckar5.blogsport.de/programm

Bereits an der Besetzung beteiligten sich duzenden Menschen aus Darmstadt und dem Rhein-Main-Gebiet und im Laufe der Nacht versammelten sich weit über hundert Menschen in dem zuvor ungenutzten Gebäude. Die Polizei hielt sich – zumindest in der ersten Nacht – auffallend zurück und versicherte, die Besetzer_innen zunächst gewähren zu lassen. Zuerst wolle man die Besitzer_innen des Gebäudes ausfindig machen und kontaktieren. Bis dahin sei eine Räumung nicht geplant.

Trotz dieser Zusicherung von Seiten der Polizei rufen die Besetzer_innen für den Fall einer Räumung in den nächsten Tagen zu einer Solidaritätsdemonstration für den 4. Juni um 18:00 Uhr auf. Den Treffpunkt und weitere Infos finden sich auf neckar5.blogsport.de | twitter.com/neckar5

verwalten, vergessen, verdrängen. veranstaltungsreihe zu architektur und geschichte im rahmen der dialektik-offensive 2010

verwalten, vergessen, verdrängen.
veranstaltungsreihe zu architektur und geschichte im rahmen der dialektik-offensive 2010

fr, 22.01., 12h, studihaus: zur herrschaft der weißen wand. ex-ex-unipräsident meißner begründete seine initiative zur umbenennung des ig-farben hauses in „poelzig-ensemble“ explizit mit der „Reinwaschung von nationalsozialistischen Bezügen“. referat und diskussion über den zusammenhang von sauberkeit und herrschaft am neuen campus.

fr. 22.01., 20h, ivi: ferdinand kramer – demokratische architektur und sozialer gebrauchswert. referat und diskussion zu den kramerbauten in frankfurt.

do, 28.01., 18h, ig-farben haus [treffpunkt foyer]: präsidiale propaganda. zur kritik der universitären Medien- und Identitätspolitik. wenn dialogoffensiven angekündigt werden, ist vorsicht geboten. in der veranstaltung werden die reaktionären implikationen der präsidialen politik einer kritischen analyse unterzogen.

di, 02.02., 18h, ig-farben haus [treffpunkt foyer]: sitzen bleiben, das wäre schön – alltag am ig-farben. mit stiftungsrat, modularisierung, ba/ma und anderem wird die uni umgebaut und die goethe-uni darf sich dazu auch noch neue gebäude bauen. wie dabei der bologna-prozess in bänken form gewinnt und sich leuchttürme in mülltonen wiederfinden lassen, versuchen wir in detaillierter betrachtung zu erörtern.

mi, 03.02., 20h, ivi: ferdi gegen frankfurt (dokumentarfilm, hr 1983, regie: digne meller marcovicz). kramer berichtet aus seinem leben. auf spaziergängen über den bockenheimer campus kommentiert er die architektur – und was daraus geworden ist.

mi, 10.02., 20h, ivi: das haus der 1000 zimmer (dokumentarfilm, hr 2001, regie: yvonne menne). der film erzählt die geschichte des ig-farben hauses: von der tragenden rolle der ig-farben im nationalsozialismus über den einzug der amerikanischen armee bis zur universitären nutzung.

do, 11.02., 18h, ig-farben haus[treffpunkt foyer]: studieren nach auschwitz. unkonstruktive bemerkungen zum schönsten campus deutschlands aus erinnerungspolitischer sicht

veranstalter_innen:

institut für vergleichende irrelevanz [ivi], kettenhofweg 130, ffm

http://ivi.copyriot.com

initiative studierender am ig farben campus

http://initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com/

weitere veranstaltungen:

fr, 22.01., studihaus: workshoptag zum thema ‚campus-kultur und gesellschaft’

mi, 27.01., 10 – 15h, ig-farben haus [foyer]: lesung der opfernamen anlässlich des befreiungstags des vernichtungslagers auschwitz-birkenau durch die rote armee

mi, 27.01., 19.30h, ig-farben campus [hz 11]: film: die befreiung von auschwitz (regie: irmgard von zur mühlen)

sa, 30.01., 14h, campus bockenheim: die uni gehört allen. bundesweite demo

fr, 05.2. + fr, 12.2., studihaus: workshoptag zum thema ‚materialistische analyse von bildung und wissenschaft’

fr, 25.02., 19.30h, jügelhaus (mertonstrasse, raum hh): podiumsdiskussion zur zukunft des campus bockenheim. veranstalterin: bürgerinitiative ‚ratschlag campus bockenheim’

download programm (*.pdf)

verantaltungsorte:
ivi, uni campus bockenheim, kettenhofweg 130,  frankfurt a/main
studihaus, uni campus bockenheim, mertonstr. 26, frankfurt a/main
ig farben haus, uni campus ig farben, norbert-wollheim-platz 1, frankfurt a/main