schupplade

[04.09.] Demo-Aufruf: Raum Statt Repression!

4. September 2014
18:30

#ivibleibt #blauerblock #leerstelle

Demo Raum Statt Repression! 04.09. um 18.30Uhr, Bockenheimer Warte, Frankfurt


Über 2.000.000m² Leerstand, ständig anwachsende Bodenpreise, repräsentative und unnötige Neubauten, lasche oder gar nicht erst vorhandene Regulierungen der Mietsteigerung: Das sind Anzeichen der derzeitigen Umstrukturierungspolitik in der Stadt Frankfurt. Sie ist von der Verdrängung vielfältiger Lebensformen geprägt und treibt so eine Parzellierung des Stadtbilds nach Interessen des Marktes voran: auf der Zeil soll geshoppt werden, in Sachsenhausen wird von einer Bar in die nächste gestolpert, in Bockenheim/Westend gehen „Ruhestörung“ und „Hausfriedensbruch“ vor kulturelle Selbstverwaltung. Um dem verwalteten (Über)Leben zu entgehen und sich eine Pause vor dem alltäglichen Zwang zu gönnen, brauchen wir Räume, in denen wir uns frei entfalten und über uns selbst bestimmen können!

Doch jegliche Bemühungen der Bürger_innen und der Protest gegen Marginalisierung und Verdrängung werden erschwert, ignoriert oder gar kriminalisiert. Der Versuch, alternative Kultur- und Wohnprojekte auf offiziellen Wegen umzusetzen, wird verunmöglicht. Auf dem Geländes des zukünftigen Kultur-Campus Bockenheim verdichtet sich dieser Prozess. Der Verein Offenes Haus der Kulturen soll der Saalbau GmbH, einer Tochtergesellschaft der ABG Holding, weichen und das von vielen Bürger_innen gemeinschaftlich geplante Philosophicum aufgrund „fehlender Mittel“ gar nicht erst realisiert werden. Selbst den offiziellen Planungswerkstätten wird die Legitimität nachträglich abgesprochen.

Diese Stadtpolitik wollen wir nicht mehr ohnmächtig ertragen! Die Hausbesetzungen der letzten Jahre verweisen allesamt auf den Widerspruch zwischen Brauchen und Haben und sind angesichts solcher Umstände eine legitime Protestform. Diese Protestform ermöglicht nicht nur den nötigen physikalischen Raum sich anzueignen, sondern schafft viel mehr noch einen sozialen Raum der Selbstermächtigung für mitmenschliche Praxis und Träume. Sie produziert einen utopischen Überschuss, der über das Bestehende hinaus verweist.

Am 15.03.2014 wurde die Georg-Voigt-Straße 10 für wenige Stunden unter dem Namen L__rSt*ll* besetzt, um für andere Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens zu demonstrieren. Gemeinsam wollte man am Kultur-Campus aus eigener Initiative partizipieren und ein milieu- und generationsübergreifendes Café mit offenen Plenum gründen. Für den Anfang war bereits ein Workshopprogramm zu Kunstproduktion in Planung. Das Projekt wurde lieder ohne jegliche Verhandlungen am selben Tag aus dem Haus geräumt.

Nun geht die Staatsanwaltschaft auf Antrag der städtischen ABG Holding gegen die 27 Aktivist_innen vor. Die Besetzer_innen der Villa sollen jetzt wegen Hausfriedensbruch vor Gericht gestellt werden, für manche wurde die Strafe von 600 Euro bereits verhängt. Derartige Repression soll jedes soziale Engagement einschüchtern, Widerstand unmöglich machen und der aktuellen Stadtpolitik freies Spiel gewähren.

Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen! Kommt am 04.09. um 18.30Uhr zur Bockenheimer Warte! Demonstriert gegen die repressive Stadtpolitik – für unser gemeinsames Recht auf Stadt!

Es gibt auch eine entsprechende Facebook-Veranstaltung. Weitere Informationen, kommende Termine und Soli-Aktionen findet ihr auf diesem Blog: http://raumstattrepression.blogsport.eu/

Uni Ffm: Besetzung des Philosophicums beendet

Zur Info:

Die Besetzer_innen haben sich entschieden aufgrund von Schäden am Gebäude und daraus entstehenden Sicherheitsrisiken das Philosophicum zu verlassen.

Uni Ffm: Philosophicum besetzt!

Zur freundlichen Beachtung, hier eine PM des AStA:

Uni-AStA begrüßt Besetzung des leerstehenden Philosophicums als richtiges Signal

In den frühen Abendstunden des 30. Juni wurde das Philosophicum in Bockenheim besetzt. Der AStA begrüßt diesen Schritt. Somit bricht sich einmal mehr der Unmut der Menschen in Bockenheim und Frankfurt über die unzureichende Einbindung in die Stadtgestaltung Bahn.

Mit dem gewählten Objekt handelt es sich um eines jener abrissbedrohten Institutsgebäude die Ferdinand Kramer als einstiger Baudirektor der Universität Frankfurt am Main gestaltete, um nach den Erfahrungen mit dem Faschismus eine demokratische Architektur auszugestalten. Sie wollte die Öffnung der Universität für alle Bevölkerungsschichten zum Ausdruck bringen – anders als die neuen Gebäude der Universität am IG Farben-Campus im Westend und an anderen Standorten. „Auch wenn das Präsidium die Bürgeruniversität ausgerufen hat, so stehen diese mit ihrer klaren Herrschaftsarchitektur und einer Abgrenzung von dem städtischen Leben für eine andere Intention“, bewertet David Malcharczyk, Vorsitzender des AStA, die architektonische Neuausrichtung.

Der angedachte Kulturcampus in Bockenheim darf nach dem im Vollzug befindlichen Wegzug der Universität aus diesem Stadtteil kein pseudoavantgardistisches Großprojekt mit sozialisierten Ausgaben und privatisierten Einnahmen werden. Dies steht jedoch, trotz aller vorgegebenen Bemühungen der Stadt, zu befürchten. „Der Campus muss Ort des selbstorganisierten Lebens, des kulturellen, politischen und bestenfalls auch weiterhin wissenschaftlichen Schaffens bleiben. Hierfür würden sich nicht nur, doch in besonderem Maße die zahlreichen Kramerbauten sowie das zur Redemokratisierung der Studierendenschaft und der Gesellschaft gestiftete Studierendenhaus anbieten“, urteilt Danielle Lichère, hochschulpolitische Referentin des AStA.

Es darf sich nicht die Verwertungslogik durchsetzen. Dass dies auch nicht im Sinne der Gesellschaft und der städtischen Akteur_innen ist, spiegelt sich in den aktuellen Debatten um das seit 2003 besetzte und jüngst an das Immobilienunternehmen Fraconofurt AG veräußerte, ebenfalls von Kramer realisierte Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) wieder. Wie die Universität hierbei alles daran setzt, sich aus der Verantwortung ziehen zu können, ist inakzeptabel. Diesem Urteil schließen sich auch viele Vertreter_innen der Stadtverordnetenversammlung an. Doch es ist ungewiss, ob die Stadt noch ausreichend Einfluss auf die weitere Nutzung des Kettenhofwegs 130 nehmen kann und wird. Beim Philosophicum handelt es sich hingegen um ein Gebäude der ABG Frankfurt-Holding. AStA-Vorstand Daniel Katzenmaier gibt zu Bedenken: „Es ist im Besitz der Stadt, die aufzuzeigen hat, wie Ernst sie die Anliegen der aufgebrachten Bevölkerung – bei steigenden Mieten, exorbitanten Leerstaöden, der Verdrängung von Freiräumen und unvorgeschriebenem Wirken – wirklich nimmt.“

Kreative und urpolitische urbane Räume, die die Möglichkeiten bieten, sich freier als üblich in den kapitalistischen Zentren und ihrem Alltag zu entfalten und gemeinsame Praxen des Zusammen- statt Gegeneinanderlebens zu erproben, sind zu unterstützen. Die Besetzer_innen wollen zu recht an der Gestaltung städtischen Lebens teilhaben, anstatt bestenfalls zu Berater_innen degradiert zu werden.

http://www.asta.uni-frankfurt.de/aktuell/_node/show/6039384.html

Ging dem Institut per email zu:
PM der Inis Offenes Haus der Kulturen e.V, Initiative Zukunft Bockenheim, Ratschlag Campus Bockenheim

Globale Immobilienmärkte und Unternehmerische Stadt: Vom Umgang mit der gebauten Umwelt

3. Juli 2012
20:00

Achtung Raumänderung:  Die Veranstaltung findet im Insitut für Humangeographie, Rober-Mayer_straße 6-8  statt. Der genaue Raum wird noch bekantgegeben.

Vortrag und Diskussion mit Susanne Heeg

Der Handel mit Immobilien spielte schon bei der Sanierung des Westends ab den 1960er Jahren eine entscheidende Rolle: Wohnhäuser wurden von privaten Investorinnen gekauft, die Mieter_innen vertrieben, und die Grundstücke unbebaut oder bebaut an Dienstleistungsunter-nehmen verkauft. Möglich war dies, weil es einerseits einen großen Bedarf an Büro- und Gewerberäumen in Innenstadtlagen gab, andererseits der Magistrat die Erweiterung der City ins Westend beschlossen hatte und entsprechend großzügige Bau-genehmigungen erteilte. Vor diesem Hintergrund waren die Bodenpreise von 386,- DM (1962) auf 1713,- DM (1973) gestiegen.

Auch gegenwärtig dominiert noch der tauschwertorientierte Umgang mit der gebauten Umwelt. Die Konflikt-situation rund um das ivi ist ein gutes Beispiel dafür, welche Konflikte sich beim Aufeinandertreffen von gebrauchs- und tauschwert-orientierten Orientierungen ergeben: die Forderung nach Räumen für alternative, nicht-kommerzielle Nutzungen treffen auf maximale ökonomische Verwertungsinteressen.

Auch wenn dies den Eindruck macht, dass sich seit dem Westend-Konflikt keine Veränderungen ergeben haben, so haben sich die Bedingungen auf den Immobilienmärkten grundlegend gewandelt. Durch die zunehmende Verflechtung mit dem Finanzsektor haben nicht nur neue Akteure die Bühne betreten, sondern auch in den Finanzierungsformen und der Verteilung des Risikos ist es zu einschneidenden Veränderungen gekommen. Dies trifft auf eine Stadtpolitik, in der der Inwertsetzung des öffentlichen Raums hohes Gewicht zukommt. In ihrem Vortrag wird Susanne Heeg zentrale Akteure und Instrumente dieser Entwicklung vorstellen.

Flyer (*.pdf)

Wem geört die Stadt
AK Kritische Geographie Frankfurt

Kunst – Erkenntnis – Problem Möglichkeiten emanzipatorischer Kunst heute

22. Juni 2012bis24. Juni 2012

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Kunst – Erkenntnis – Problem
Möglichkeiten emanzipatorischer Kunst heute

22.-24. Juni 2012, Institut für vergleichende Irrelevanz, Frankfurt am Main

„In einer Welt, in der das Kapital mit voller Wucht in allen Ländern einschlägt, die Städte verwüstet und die Menschen ins Elend wirft“: Wo und wie steht die Kunst dazu? Ist die Kunst ein bloßer Luxus, ein idyllischer, versöhnender Ort der Weltflucht, oder wird in ihr nicht auch die Verlorenheit, Knechtung und Armut der Menschen, wie auch ihre Sehnsucht nach Glück in vorzüglicher Weise kenntlich? Birgt sie nicht ein gerade auch für emanzipatorische Praxis unerlässliches Erkenntnispotential?
Wir meinen, dass das letztere der Fall, auch wenn es durch die herrschenden Zugangsformen zur Kunst wie durch ihre eigene Form oft gerade verhindert wird. Meist werden in emanzipatorischer Praxis lediglich politische Forderungen und theoretische Analysen verfolgt. Aber das reicht nicht: Kunst darf in emanzipatorischer Praxis nicht fehlen. Mehr lesen: Kunst – Erkenntnis – Problem Möglichkeiten emanzipatorischer Kunst heute

Die Irrelevanz muss relevant bleiben!

Solidaritätserklärung zur Erhaltung des IvI

Stamd: 28. Juni 2012
Hier der aktuelle Stand vom 5.o9.2012

Das „Institut für vergleichende Irrelevanz” (IvI) ist seit der Besetzung des leer stehenden Institutsgebäudes im Kettenhofweg 130 ein zentraler Bestandteil der linken Stadtkultur Frankfurts. Es stellt einen einmaligen Knotenpunkt kapitalismuskritischer Politik, alternativer Kunst und Kultur und kritischer Wissenschaft dar, der nicht nur Studierenden, sondern Interessierten aus allen sozialen Milieus offen steht. Hier treffen sich autonom organisierte Lesekreise, es finden Vorträge, Tagungen, Konzerte, Ausstellungen und Partys statt. Zuletzt beherbergte das IvI zwei umfangreiche Bibliotheken. Jedes Semester organisierte das IvI die „Gegen-Uni” zu verschiedensten Themen wie Feminismus, Utopie oder Sexualität.

Mit dem Verkauf an „Franconofurt” steht das IvI nun zur Disposition. Das Vorgehen des Unternehmens in den letzten Tagen hat gezeigt, dass es von seiner Seite aus kein Interesse an einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts zu geben scheint. Am Dienstag, den 22. Mai, standen morgens von „Franconofurt” beauftragte Handwerker vor dem Haus, montierten die Tür ab und kappten die Strom- und Wasserversorgung. Zudem versuchten sie erfolglos, sich Zutritt zum Haus zu verschaffen, um besser planen zu können, wie viel „Abfall” es zu entsorgen gäbe. Sie kündigten an, das Haus in 14 Tagen räumen zu wollen. In der „Frankfurter Rundschau” hieß es unmittelbar danach: „Rund zwei Wochen wolle man [„Franconofurt"] den Studenten Zeit geben, dann werde man selbst räumen.” (23. 5.)

Mehr lesen: Die Irrelevanz muss relevant bleiben!

Tag & Nacht der offenen Türen im Ivi

2. Juni 2012
14:00

Das Motto des Instituts für vegleichende Irrelevanz (Ivi) heisst bekanntlich ‘Kritisches Denken braucht und nimmt sich Zeit und Raum’. nur, die Zeit wird langsam knapp und der Raum immer kleiner. Der neue Besitzer ist nicht verhandlungsbereit und droht mit (polizeilicher) Räumung. deswegen lädt das Institut zum ersten Tag und der ersten Nacht der offenen Türen in den Kettenhofweg 130: am Samstag,dem 2. Juni ab 17 Uhr, damit sich die Bürger_innen von Frankfurt selber ein Bild machen können. es gibt Filme und Infos, Essen und Trinken, ein Museum der Irrelevanz, Kinderprogramm und mehrere Ausstellungen, Bar-Abend etc.. Open End!

  • Kinderbespaßung ab 14h
  • Geschichte des Ivi/Führungen durch das IvI um 17h30 und 20h30
  • Barabend der Graduiertentagung ab 22h (http://www.graduateconferencefrankfurt.de/index.php/programm)
  • Kramer-Film (noch nicht so sicher)
  • Präsentation der Konzertgruppen mit Plakaten etc. in einem Raum (die ganze zeit)
  • Sonntag, ab 13h30 Brunch
  • Waffelstand + T-Shirts + Ivi-Buttons