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Pressemitteilung vom  28.05.2012

Franconofurt fordert Nutzer_innen des IvI zum Verlassen der Räume auf

Nachdem in der letzten Woche der Franconofurt AG ein Nutzungskonzept für das Institut für vergleichende Irrelevanz vorgelegt wurde, um über Rahmenbedingungen eines künftigen Mietvertrages zu verhandeln, hat diese sich erstmals mit den Nutzer_innen des besetzten Gebäudes in Verbindung gesetzt. Allerdings beinhaltete der Brief des Anwalts der Franconofurt AG keineswegs das Angebot eines Mietvertrages, sondern die Aufforderung das Gebäude „unverzüglich zu räumen“ und das Verbot der weiteren Durchführung aller im Nutzungskonzept aufgelisteten Veranstaltungen im Institut.

„Es ist wirklich eine Unverschämtheit, dass die einzige Reaktion auf das von uns erarbeitete Nutzungskonzept für die Räume des Kettenhofwegs 130, ein Schreiben ist, dass uns genau diese Nutzung verbieten will. Die auf Anfrage der Presse vorgebliche Bereitschaft des Unternehmens uns Mietverträge anzubieten zeigt sich hier als dreiste Lüge.“ sagt Oliver Kalthof.

Dass die Franconofurt keinerlei Verhandlungsbereitschaft gegenüber den Besetzer_innen zeigt, verdeutlichte auch ihr Vorgehen in der letzten Woche, als unangekündigt Strom und Wasser abgestellt wurde und eine eigenmächtige Räumung angedroht wurde.

Auch die Universitätsleitung hatte in einer ihrer ersten Pressemitteilungen zum Verkauf der Liegenschaft angegeben „soziale Härten“ vermeiden zu wollen, dass diese im Falle einer Räumung eintreten werden, scheint dort mittlerweile niemanden mehr zu interessieren.

Täglich treffen beim Institut neue Solidaritätsbekundungen von unterschiedlichen Initiativen und anderen autonomen Zentren ein. So schreibt z.B. der unabhängige Studierendenausschuss der pädagogischen Hochschule Heidelberg, dass er schon seit Jahren gern nach Frankfurt fährt, um das IvI zu besuchen und weiter: „Wir und viele andere werden auch weiterhin wegen des IvI nach Frankfurt fahren. Entweder so, wie wir es seit Jahren machen, oder um für den Erhalt des IvI zu kämpfen!“ Auch auf der von den Nutzer_innen eingerichteten Online Petition zum Erhalt des Instituts haben mittlerweile 2000 Menschen unterschrieben, darunter auch einige internationale Wissenschaftler_innen, die das Institut kennen und schätzen gelernt haben.

Trotz der Einschüchterungen der Franconofurt AG haben die Besetzer_innen ihr Projekt noch nicht aufgegeben. Am Wochenende fanden hier sowohl der erste Queer Prom der Stadt, als auch ein Festival statt. Über 600 Gäste haben das Institut über das Wochenende besucht.

„Unser Programm wird fortgeführt. In der nächsten Woche werden wir nicht nur die Räumlichkeiten des Instituts bespielen, sondern auch Veranstaltungen in der Stadt anbieten.“, kündigt Sarah Schneider an. „Außerdem werden wir uns mit den Mieter_innen, die zurzeit mit der Franconofurt AG zu kämpfen haben, vernetzen.“

Um das Thema Wohnraum auch über den eigenen Tellerrand hinaus öffentlich zu machen, ruft das Institut für vergleichende Irrelevanz gemeinsam mit dem AstA der Goethe Universität zu einer Demonstration mit dem Motto „Wohnraum für alle!“ am Donnerstag, den 31.05.2012, um 17 Uhr auf. Der Demonstrationszug wird an der Bockenheimer Warte starten und dann zum Römer laufen.

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