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Offener Brief des IvI an den Vorstand der Franconofurt AG

Frankfurt, 18.12.2012

Ein unmoralisches Angebot. Offener Brief an Christian Wolf, Vorstand der Franconofurt AG

Sehr geehrter Herr Wolf,

wie wir der FAZ vom 27.11.2012 entnehmen konnten, hat der Kaufpreis für das Gebäude im Kettenhofweg 130 „etwas mehr als eine Million Euro“ betragen (wir gehen im Folgenden einfachheitshalber von 1,1 Millionen aus). Allerdings hätten Sie „das Dreifache gezahlt, wenn es das IvI nicht gäbe“. Daraus ergibt sich, dass die ehrenamtlich geleistete und für alle offene Arbeit im IvI in den letzten neun Jahren den Kaufpreis um 2,2 Mio. € gedrückt hat.

Vor diesem Hintergrund schlagen wir Ihnen folgenden Deal vor: Sie geben uns die Hälfte dessen, was Ihnen die Uni an öffentlichen Geldern geschenkt hat (1,1 Mio. €), als nachträgliche Kompensation für die vom IvI erbrachten Leistungen, die Ihnen eine Immobilie in Toplage für ein Drittel des potentiellen Kaufpreises beschert hat. Im Gegenzug räumen wir das Haus und sie würden sich darüber hinaus in eine lange und ehrenvolle Tradition Frankfurter Mäzenat_innen einreihen können. Die betriebswirtschaftliche Rechnung sähe dann so aus:

Franconofurt AG: + 1,1 Millionen

IvI: + 1,1 Millionen

Uni-Frankfurt: – 2,2 Millionen

Eine klassische win-win-Situation also, wenn auch mit der Uni Frankfurt als geprelltem Dritten. Tatsächlich überlegen wir, unser neues Institutsgebäude mit „sponsored by Uni-Frankfurt“ zu bewerben – auch Sie sollten sich überlegen, ob Sie dem Präsi nicht wenigstens eine kleine Nettigkeit zukommen lassen.

Die Begründung für diesen ungewöhnlichen Schritt ist einfach: Wir haben schlichtweg keine Lust auf den ganzen Rechtshickhack. Klage hier, Widerspruch dort, nervige Prozesse und kurz vor Abschluss noch ein Verfahrensfehler, so dass alles wieder neu aufgerollt werden muss. Sowas zieht sich. Und wie Sie wissen, laufen diese Prozesse nicht lautlos über die Bühne. Ständige Presseanfragen (als hätten wir nichts Besseres zu tun), unvermeidliches Thema in allen Geschäftsangelegenheiten, Anwaltskosten usw. Dieses Schlamassel würden wir Ihnen und uns gerne ersparen.

Um Details bezüglich der finanziellen Transaktion zu klären, bitten wir Sie, über die bekannte Email-Adresse (kette130@gmx.net) mit uns Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

IvI

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